HomeInhaltsverzeichnisPflanzen-AngebotTipps zum MaueraufbauGesteinskunde
GranitAndesitBasaltSandsteinKalksteinGneisPhyllit

Gesteinskunde

Gesteinskunde

Aussehen

Steingartenbau

Tuff-Alpinum

Bodenreaktion

Vorkommen und Umweltschutz

 

Kleine Boden- und Gesteinskunde

Der Lebensraum der Pflanzen wird vom Boden geprägt. Dieser wird als Verwitterungsmaterial im wesentlichen durch die örtlich vorkommenden Gesteine und weitere Bestandteile, wie Humus, Bodenlebewesen u.a., bestimmt. 

Das Gestein, welches Grundbestandteil eines Bodens ist, beeinflusst stark das resultierende Bodengefüge, charakterisiert durch Eigenschaften, wie Quellung, Schrumpfung, Konsistenz und Festigkeit. Wesentliche Einflüsse haben aber auch Bodentemperatur und Bodenwasser als auch die chemische Bodenreaktion, die durch das Gestein stark beeinflusst wird.

Durch geologische Vorgänge entstehen/entstanden die Böden der Erde. Die Gesteine, die die Verwitterungsgrundlage des Bodens bilden, lassen sich in folgende Gruppen einteilen:

Wie aus der Zusammenstellung zu sehen, kann Kalk in verschiedenen Formen und verschiedenen Ursprungs beteiligt sein. So scheidet karbonreiches Quellwasser Calcit als Travertin ab, welcher sehr hart ist. Karbonattische Organismenreste, Karbonschlamm u.a. lassen fossilen Kalkstein entstehen. Durch Sediment- und Sinterprozesse können beliebige geologisch bedingte Mischungen entstehen. Deshalb treten Kalkgesteine in großer struktureller Vielfalt und fast nie rein auf.

Auch der Sandstein ist ein aus vielen Bestandteilen zusammengesetzter Stein und über die Jahrtausende der Erdgeschichte künstlich entstanden. Hauptbestandteil sind überwiegend Quarzsande, die sich mit anderen Bindemitteln und Druck zu Stein verfestigt haben. Man unterscheidet hier Sandsteine mit eisenhaltigen Bindern und Sandstein mit kalkhaltigen Bindern.

Frostsprengung, Temperaturverwitterung, Salzverwitterung und physikalisch-biologische Verwitterung veränderten und verändern die Gesteine fortlaufend. Dieser Aspekt geht zwar sehr langsam vor sich, jedoch muss er auch im Steingartenbau beachtet werden.

 

Aussehen der Steine

Nicht jedes Gestein wirkt im Steingarten gut. Körnigkeit, Marmorierung, Schichtung, Porosität und die Farbe als die wichtigsten Kriterien des gestalterischen Aussehens in einer Anlage sind entscheidend. Zu bevorzugen sind Steine mit porösem Charakter, die auch schnell kleine Moose und Flechten ansetzen jedoch eine gewisse Beständigkeit gegen Verwitterung aufweisen.

Ein für das Aussehen einer Anlage wichtiges Kriterium ist die Farbe des Gesteins. Man kann sagen, je dunkler desto ungeeigneter. Außerdem erwärmen sich dunkle Gesteine übergebührend im Sonnenschein, was nur bei reinen Sukkulenten-Pflanzungen wünschenswert ist.

   

Nagelfluh z.B., ein aus Flußbett-Ablagerungen entstandenes Gestein, das wie viele andere Gesteine poröse Oberflächen hat und damit die Monotonie im Steingarten nimmt.

 

Steingartenbau

Im Steingartenbau bevorzugt man für offene, der Witterung ausgesetzte Anlagen, harte Kalksteine.  Oft kostet die Anschaffung nicht unerheblich Geld, so dass man dann nach einigen Jahren keine zerfrorenen Steinhaufen haben will. Die Auswahl fällt hier auf Travertin, Dolomit, Knollenkalk und Muschelkalk.  Hier lässt man sich vom Lieferanten beraten. Heutzutage ist Gestein für den Gartenbau schon zu einem wirtschaftlichen Faktor für diese Steinbrüche geworden, so dass man sich da auch einigermaßen auskennt.

     Knollenkalk-Anlage

Gut zu erkennen sind die typischen Löcher im Stein, in denen sich gerne alpine Pflanzen ansiedeln.

Urgesteine sind in der Regel witterungsfest. Gleis, Basalt, Diorit, Schlammschiefer, u.a. sind in der Regel sehr hart. Bei Granit und Lava-Tuff muss man die Lieferanten nach der Witterungsbeständigkeit befragen. 

     Granitgestein

Granitgestein hier verwendet in einer Steingartenanlage für Urgesteins-Pflanzen und hoher durchlässiger Schuttauflage zur Drainage.

Die Steingartenanlage muss schon ohne Bepflanzung, nur durch die Wirkung der Steine, ansprechend aussehen. Zuerst wird das Profil der Anlage grob bereitet. Dazu wird Drainage, Bewässerung und das spätere Profil grob geplant. Danach kommen die Steine, mit denen man Abstufungen und Sattel, Täler, Spalten oder Pflanznischen bildet. Nachfolgend ein Beispiel einer Anlage mit weißem Granit (Bayerischer Wald).

  Geländeprofil herrichten

   pflanzbereit weißer Granit

Aus wenigen großen Steinen schafft man das Grundgerippe, das Gebirge eines Steingartens. Hier kann man mit anderem preisgünstigen Baumaterial unterbauen, um auf Höhe zu kommen. Circa ein weiteres Drittel der Liefertonnage machen mittlere bis kleine (Fußball große) Steine aus. In den Randzonen und flachen Schotterflächen zwischen den größeren Steinen verwendet man dann faustgroßen Schotter bis Splitt, das letzte Drittel der Lieferung . Diese Angaben zur Lieferung muss man unbedingt machen, um dann auch wirklich zu einem naturnahen Steingarten zu gelangen. Wichtig ist, dass alles vom gleichen Material sein muss.
Es nützt nichts, alles gleichgroße Steine, z.B. auf einer Fläche zu verteilen. Dann hätte man auch gleich alles einebnen können.

    Travertin 

Hier ist Travertin verwendet in einer Neuanlage. Gut zu erkennen die verschiedenen Steingrößen, die zur Gestaltung verwendet wurden.

Nachfolgend ein Beispiel, wie man Kalkschiefer gerade noch für den Steingartenbau benutzen kann. Das kann oft in Gegenden erforderlich sein, wo Travertin und Dolomit wegen sehr langer Transportwege zu teuer wird.

   Kalk-Schiefer

Dieser sandige Kalk-Schiefer aus Rüdersdorf bei Berlin muss dann flach verwendet werden. Dann hält sich die Verwitterung in Grenzen. Übrigens, dem Steinbrech gefällt es trotzdem an seinem Pflanzplatz.

   Blauschiefer

Auch grob brechende Schiefersorten lassen sich attraktiv im Steingarten benutzen.

 

Tuff-Alpinum

Für spezielle Teile im Alpinum schafft man sich Übergänge mit Tuffstein. Dabei gibt es diese Gesteine für Urgestein als Lava-Tuff und auch als Kalktuff für kalkliebende Pflanzen. Hier kann man die Sinterwirkung dieser Steine ausnutzen und setzt sie 1/3 in das Bodensubstrat. Dadurch ist der Stein in der Lage einen Wasseraustausch mit dem Boden vorzunehmen. In gebohrte Löcher kann man dann die Pflanzen direkt einpflanzen. Die Kapillarwirkung des Tuffs sichert den Wasserabzug des Regenwassers als auch die Wasserversorgung aus dem Untergrund.

   Kalktuffstein in der Anlage

Gut zu erkennen ist die poröse Struktur.

 

Bodenreaktion

Gesteine, in welcher Zusammensetzung auch immer, kann man nach ihrer chemischen Reaktion einteilen. Danach sind sauer, neutrale und basische Gesteine zu unterscheiden.

Sauer reagierende Gesteine sind: 

Neutral reagierende Gesteine sind: Basalt und einige Sinter-Gesteine, deren Bestandteile sauer als auch basisch wirken und sich ausgleichen.

Basisch reagierende Gesteine sind:

Entscheidend für den Steingarten sind die im wesentlichen bestimmenden Eigenschaften der Gesteine für die Bodenreaktion. Deshalb genügt die Unterscheidung in grob zwei Gruppen:

 

 

Vorkommen und Umweltschutz

Wesentliche Deutsche Kalkstein-Vorkommen sind: Thüringer Schiefergebirge, Schwäbische und Fränkische Alb, Rheinisches Schiefergebirge, Weserbergland, Westfälische Bucht.

Wesentliche Deutsche Travertin-Vorkommen sind: Alpen, Thüringen, Westfalen und Württemberg

Kalksteine bezieht man über ordentliche konzessionierte Steinbrüche. Das sind wir unserer Natur schuldig, nicht einfach irgendwo Kalksteine auszubuddeln und bei Nacht und Nebel wegzuschaffen. Wenn man immer nur kleine Mengen an Steinen sammelt tut sich, neben der rechtliche Seite, auch das Problem auf, dass in einem Gartenteil verwendetes Material möglichst vom gleichen Steinbruch sein soll. Ansonsten erreicht man keine ausgeglichene Anlage, sondern ein Sammelsurium an unterschiedlichsten Gesteinen. Das ergibt keine Ansicht, die zufrieden stellt.

 


Senden Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Website an: webmaster@mauerpflanzen.de
Impressum
Copyright © 2016 Steingartenpflanzen Dressel