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Maueraufbau

bepflanzte Mauer3

Gestaltung von Mauern und Terrassen

Mauerbau - einige Hinweise

Steinwall und Trockenmauer

Böschung, Stützmauer und Hangformstein-Mauer

Gründung einer Hangformstein-Mauer

Füllung der Mauerformsteine

Bepflanzung von Natur- und Trockenmauern

Bepflanzung der Mauerkrone

Bepflanzung der Mauerfugen

Pflegearbeiten

Gestaltung von Mauern und Terrassen

Die gärtnerische Erschließung eines Geländes für einen Staudengarten, angrenzend an eine attraktive Rasenfläche oder einen alpin gestalteten Steingarten, erfordern häufig eine Umgestaltung. Oft ist das Gelände flach oder ein gleichmäßiger Hang, so dass Mauern und Steinwälle eine Belebung und Abstufungen sowie Abtrennungen in die zu gestaltende Fläche bringen. Bepflanzte Mauern sind in solchen gestalteten Gärten besonders geeignet als stilistisches gestalterisches Element.

blühende Mauer mit Alyssum saxatile compactum und Phlox subulata Rosea 

Hanglage, oder eine leichte Hanglage des Geländes sind ideale Voraussetzungen zum Anlegen von Trockenmauern. Wer keine solchen Bedingungen hat, kann künstlich eine flache Senke ausheben und das Material angrenzend für einen Hügel oder eine Trockenmauer benutzen. Dadurch lassen sich auch flache Grundstücke in einen brauchbaren Steingarten mit attraktiven Mauern und Senken verwandeln. Wirklich anzuraten sind Mauern bei folgenden natürlichen Gegebenheiten:

Der besondere Reiz bei Mauern ist, dass uns als Betrachter, die Pflanzen 'entgegenkommen', sozusagen brauchen wir uns nicht zu bücken um Details zu erkennen.

Mauerbau - einige Hinweise

Bei den hier besprochenen Mauern werden nur naturnahe Mauern, ohne Beton betrachtet. Die handwerklichen Arbeiten zur Errichtung von naturhaften Mauern können sie meist selbst ausführen. Es müssen die Regeln der Natur befolgt werden. Insbesondere Neigung von Mauern, Verhinderung des Abrutschens durch Frosteinwirkung, Ausspülung durch ungeeignete Wasserableitung und Verhinderung von optischen Fehlern, z.B. durch unterschiedliches Gestein sind zu beachten. 

bepflanzte Mauer2

Mauern sollen auch bepflanzt werden, was ebenfalls einige Voraussetzungen mit sich bringt. Wo Pflanzstellen sein sollen, muss Pflanzerde zwischen dem Gestein sein, dass bis zum dahinterliegenden festen, gewachsenen Boden reicht. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Pflanzen im Sommer vertrocknen.

Der Stein für sich muss wirken, besonders bei Steingartenanlagen. Deshalb sind einige wirklich große Steine als tragende Gestaltungselemente in eine Anlage einzubauen. Die restlichen Steine ungefähr 1/3 mittelgroße und 2/3 kleine Steine. Sie müssen so geschichtet und gelegt werden, wie sie fallen würden. Nie aufrecht stellen, was unnatürlich ist. Es sollten unbearbeitete Steine bevorzugt werden.

Durch eine Anlage sind flachere Steine als Trittsteine für Pflegearbeiten vorzusehen. Sie sollten etwas in der Erde liegen, damit sie Standfestigkeit bieten. Fester Tritt ist auch an Mauern nötig. Entweder man baut Buchten durch zurückgesetzte Steine in eine Mauer ein, oder man gestaltet, bei großen Höhen, abgestufte Mauern mit einem Trittgang dazwischen.

Mauern und Steinwälle können geschwungen oder gerade angelegt werden. Auch die Breite und Höhe sollten variieren und flache und wieder höhere Bereiche enthalten. 

Die außen sichtbaren Steine einer Mauer sollen immer vom gleichen Material sein, damit die Anlage Ruhe durch Homogenität ausstrahlt. Wird ein Gesteinswechsel entlang einer Mauer nötig, sollte optisch durch Großstauden oder Gehölze der Übergang kaschiert werden.

Steinwall und Trockenmauer

Dieser Typ von bepflanzter Mauer bietet eine Vielzahl von Bepflanzungsmöglichkeiten. Sie dienen der räumlichen Abtrennung , z.B. in Verbindung mit Gehölzen oder natürlichen Gegebenheiten.

Der Aufbau muss entsprechend geplant werden und das Material beschafft werden. Hier sind, je nach der Höhe der Mauer Fundamente (20 bis 30cm) durch versenkte größere Steine vorzusehen. Das Fundament verhindert ein Wegrutschen durch Frost und starke Durchnässung nach anhaltendem Regen.

Im Inneren der Trockenmauer ist ein Kern aus grobem Gesteinsmaterial vorzusehen und nach Außen hin Mutterboden. Daran grenzen dann die eigentlichen sichtbaren Mauersteine an. Ein schematisches Beispiel zeigt die nachfolgende Grafik.

Schnitt-Darstellung durch eine Trosckenmauer

Zwischen die Steine der Mauer muss Mutterboden eingebracht werden, der bis ins Innere der Trockenmauer reicht. Dadurch können in die Spalte gepflanzte Pflanzen bis in tieferes Erdreich durchwurzeln und so auch Trockenperioden gut überstehen. Dadurch wird auch die Mauer stabilisiert. Die Pflanzen sollte man anfangs mit kleinen Steinen in der Mauerfuge festkeilen. Die Wurzeln müssen dann durch die Mauerfuge wachsen und dann selbst für den nötigen Halt sorgen. Deshalb ist angeraten, die Bepflanzung vom Frühjahr bis in den Sommer vorzunehmen, damit dieser Anwachsvorgang zum Wintereintritt beendet ist. Spätere Pflanzung kann mit dem Herausdrücken des Wurzelballens aus der Mauerfuge durch den Frost enden. Dann muss gleich im nächsten Frühjahr die betroffene Pflanze wieder fest verankert werden.

Die Lagersteine  müssen mit ihrem Masseschwerpunkt zum Mauerinneren zeigen. Entstehende Stoßfugen müssen in der darüber liegenden Schicht durch einen übergreifenden Stein unterbrochen werden.

Die Mauerwände sollten eine Neigung aufweisen, um eine natürliche Wasseraufnahme sicher zu stellen und um eine entsprechende Stabilität zu erreichen. Die Neigung der Mauer auf 1m Mauerhöhe sollte 0,3m nicht unterschreiten und je höher die Mauer desto mehr Neigung soll vorgesehen werden.

Nach diesem oben erläuterten Grundprinzip können nun Trockenmauern sehr individuell gestaltet werden. Hier im Beispiel eine Trockenmauer, die gleichzeitig die Hangneigung abfängt und einen Weg hinter der Trockenmauer schafft.

Solche Mauervarianten ermöglichen dann die vielfältigsten Bepflanzungs-Möglichkeiten in sonniger bis schattiger Lage.

Nahezu senkrechte Trockenmauern mit Bepflanzung halten meist nicht. Will man das erreichen, dann muss man, wie das in Schottland üblich ist, flache Platten aufeinander schichten und darf nur die Mauerkrone bepflanzen.

Gesteinsmaterial besorgt man direkt aus einem Steinbruch. Meist gibt es, je nach Material, Sprenggut unsortiert schon für ca. 20 bis 25€ pro Tonne.

bepflanzte Mauerkrone1

 

Böschung, Stützmauer und Hangformstein-Mauer

Dieser Typ von der Trockenmauer wird häufig verwendet. Im Prinzip gelten für den Aufbau die gleichen Prinzipien, wie bei einem Steinwall. Böschungen oder künstliche Terrassierungen, als auch Stützmauern sollten mit einer Neigung wie bei Steinwall/Trockenmauer beschrieben erhalten. Leicht geschwungene Bauweise erhöht die Stabilität.

Schnitt-Darstellung durch eine Böschung

Stützmauern und Mauern zur Befestigung eines Hangs oder einer Böschung kann man auch terrassenartig ausführen. Damit kann man fade und langweilig abfallendes Gelände enorm aufwerten und gestalten. Auch die Pflegearbeiten werden einfacher, da man vor jedem Mauerabsatz standsicher Pflegearbeiten durchführen kann.

Oft werden Hänge und Böschungen heutzutage mit preisgünstigen Hangformsteinen realisiert. Die Formsteine lassen sich am Ende in gleicher Weise bepflanzen wie eine Trockenmauer. Es sind jedoch ein paar Kleinigkeiten zu beachten:

Gründung einer Hangformsteinmauer
Die erste Reihe der Formsteine muss einen halben Formstein in den gewachsenen Boden eingelassen werden. Das entspricht den Lagersteinen einer Natursteinmauer.
Tut man das nicht, so wird der Frost die Formsteine langsam wegschieben und die Stabilität der gesamten Mauer damit gefährden.

Füllung der Mauerformsteine
Will man dauerhaft bepflanzen, dann sollte hinter jeden Formstein Minimum 5cm Schotter 30-100 oder Frostschutz 0-150 eingebracht werden und beim Aufbau von Reihe zu Reihe gut verdichtet werden. Auch in die Formsteine sollte man 5-10cm Schotter und dann Pflanzerde bis zum Rand einfüllen. Wer es ganz genau machen will, der schneidet sich noch Filterfliss zurecht und trennt damit Schotter von der Pflanzerde. Damit wird erreicht, das der Schotter über Jahre seine Drainagefunktion ausführen kann und nicht versandet. Die Pflanzerde darf man ruhig vor dem Pflanzen verdichten. Pflanzen sollen in Höhe des Formstein-Rand gepflanzt werden oder etwas darüber. Natürlicher Weise sinkt dann die Pflanzerde noch etwas zusammen.
Pflanzen, die in den Formsteinen eingesunken sind sieht man leider immer wieder; sollte man vermeiden.

Ein letzter Hinweis noch für betonierte Hangformstein-Mauern: an sehr steilen Hängen können die Formsteine auch ausbetoniert und armiert werden. Pflanzen kann man dann nur im letzten oberen Formstein oder dahinter pflanzen. In jedem Fall sollte man aber genügend Pflanzvolumen bereitstellen und auf Wasserabzug achten.

Bepflanzung von Natur- und Trockenmauern

Bei der Bepflanzung der Mauer ist zu bedenken, dass wir hier unterscheiden müssen zwischen:

Für die Lichtverhältnisse der Pflanzen ist der Lauf der Sonne unbedingt zu beachten. Auch der Sonnenstand im Wechsel der Jahreszeiten ist in die Überlegungen zur Bepflanzung einzubeziehen. Dadurch können z.B. bei einem Steinwall Pflanzen für die Sonnenseite, die Halbschattenseite als auch für die Schattenseite ausgesucht werden.

Ein wesentliches grundsätzliches Bepflanzungsprinzip soll dadurch erreicht werden, dass größere und auch kleinere Pflanzflächen an der Mauer entstehen. Für größere Flächen verwendet man z.B. Aubrieta in Sorten, Alyssum in Sorten, Phlox subulata in Sorten, Iberis sempervivum, Cotoneaster dammeri, Veronica prostrata, Dianthus grantianopolitanus.

Der verwendete Mutterboden muss frei von ausdauernden Wurzelunkräutern, wie z.B. Quecke, Giersch, Ackerschachtelhalm, Ackerwinde sein. Nachträglich lassen sich diese nur schwer entfernen.
Verwenden sie den vorhandenen Boden in einer Erdmischung. Für diese Mischung kann man 2 Teile lehmigen Boden mit 1 Teil Torf und einem Teil Sand aufbessern. Bei eher sandigem Boden lässt man den Sand weg. Alles wird auf einem Haufen gut gemischt und erdfeucht gemacht. Diese Pflanzerde wird dann beim Bau der Mauer als auch bei der Bepflanzung, neben anderen Materialien, wie z.B. Schotter, verwendet.

Nach dem Pflanzen wird jede Pflanzstelle durchdringend mit der Gießkanne angegossen. Nur so haben sie die Gewissheit, dass jede Pflanze genügen Wasser erhält. Mit dem Sprenger und dem Gartenschlauch hat man kein verlässliches Maß.

Befindet sich vor der Mauer ein Pflanzstreifen zu einer angrenzenden Wiese oder einem Weg, so kann dieser Bereich beetartig im Einklang mit der Mauer bepflanzt werden. Hier empfehlen wir grundständige niedrige und höhere Stauden als auch Gehölze, wie z.B. Rosen, Zwergflieder oder Buchsbaum. Auch solitär aufrechte Pflanzen können vor der Mauer wachsen.

Bepflanzung der Mauerkrone

Für die Mauerkrone wählt man Pflanzen, die robust sind, da dieser Bereich in sonnigen Lagen oft trockener wird als die tiefer liegenden Mauerfugen. In unserem Pflanzen-Angebot finden sie entsprechende Vorschläge für Pflanzen abgestimmt nach sonnigem Bereich und halbschattig-schattigem Bereich. Böschungen und Hangformstein-Mauern bepflanzt man mit Pflanzen für die Mauerkrone.

bepflanzte Mauerkrone2

Pflanzen, vor allem Polster, haben oft einen hängenden Charakter. Das muss bedacht werden beim Pflanzen und der Pflanzenauswahl. Die entsprechenden Beschreibungen vom Habitus sind zu beachten. Pflanzen sie bewusst so, dass größere Flächen einer Sorte entstehen. Damit sich ein solcher Fleck an der Mauer schnell mit Pflanzen schließt, kann man mehrere der gleichen Sorte einbringen, welche dann zusammenwachsen. 

Bepflanzung der Mauerfugen

Für die Mauerfugen wählt man Pflanzen, die vornehmlich mit dem Lebensraum einer Mauerfuge zurecht kommen. In unserem Pflanzen-Angebot finden sie entsprechende Vorschläge für Pflanzen abgestimmt nach sonnigem Bereich und halbschattig-schattigem Bereich.

Optimal kann man die Pflanzen schon beim Aufsetzen der Steine einbringen. Dazu muss man schon die Pflanzen als auch die gemischte Pflanzerde griffbereit haben. Man kann natürlich auch in eine fertige Mauer pflanzen. Das geht aber dann etwas schwieriger und man muss mit einem Pflanzholz das Erdreich festdrücken. Dabei muss auf feste Verbindung mit dem dahinter liegenden Erdreich geachtet werden. Das muss man bei Mauern, die man nicht selbst aufgesetzt hat extra überprüfen und eventuell Pflanzerde bis zum dahinterliegenden gewachsenen Boden einfüllen.

Lassen sie auch die Mauer zur Geltung kommen. Dafür haben sie ja extra schöne Steine besorgt. Mit Fugen-Pflanzen, wie Sempervivum können sie hier schöne Effekte erzielen. Dazu muss man sich die einmalige Mühe machen, die Rosetten der gelieferten Pflanzen in längliche Stücke zu zerteilen und dann der Reihe nach in die Mauerfuge zu pflanzen. Drücken sie auch kleine Steine in die Mauerfuge um die Pflanzen zu befestigen. Das muss nicht ganz dicht sein, denn Sempervivum will ja noch weitere Tochterrosetten bilden, wodurch sich dann die gesamte Mauerfuge schließt, ohne jedoch den Stein ganz zu verdecken.

Pflegearbeiten

Gießen ist bei der Neuanlage ganz dringend erforderlich. Die gepflanzten Arten müssen ihren neuen Lebensraum erst einmal annehmen und darin einwachsen. Das kann wenigstens zwei Monate dauern. In dieser Zeit ist es wichtig regelmäßig zu gießen. Kontrollieren sie die Niederschlagsmenge mit einem aufgestellten Messgerät, das es zu kaufen gibt. Verlassen sie sich nicht auf ihr Gefühl. Wässern sie die Mauer von der Krone her. Sie können dazu größere leere Pflanztöpfe in regelmäßigem Abstand in die Mauerkrone eindrücken, wohinein sie das Wasser leiten. Dadurch vermeiden sie Ausschwemmung. Besser zwei mal die Woche eindringlich wässern als jeden Tag ein bisschen. Nur bei Regenfällen über 10-15 Liter pro m2 das wässern einstellen.
Zum angießen der Mauerritzen bei Neupflanzung kann man vorsichtig mit der Gießkanne das Wasser auf den darüberliegenden Stein geben. Das Wasser wird dann am Stein entlang in die Mauerfuge laufen.

Fernhaltung von Unkraut ist am Anfang ernst zu nehmen und jeder Art von Verunkrautung muss begegnet werden. Meist sind es Samenunkräuter, die noch in der Pflanzerde sind. Diese Art der Pflege geht dann im eingewachsenen Zustand drastisch zurück.

Im Frühjahr entfernt man abgestorbene Pflanzenreste, füllt ausgewaschene Erde nach und pflanzt eventuell ausgefallene Pflanzen nach.

bepflanzte Mauer4

Im Winter deckt man die Mauer mit angelehnten Reisigzweigen ganz locker ab. Es dient in erster Linie dem Sonnenschutz insbesondere im Schattenbereich, wo sie z.B. Rhododendron gepflanzt haben. Wenn umliegende Bäume zwar im Sommer Schatten durch ihr Laub werfen, jedoch im Winter blattlos so gut wie keinen Beitrag mehr liefern, dann hilft etwas Reisig die Austrocknung durch Sonne und Wind zu verhindern. Bei gefrorenem Boden können die Pflanzen kein Wasser mehr aufnehmen, was dann unweigerlich zur Vertrocknung oder zu Trockenschäden führt.

Düngen können sie die Mauer alle zwei Jahre mit Hornspänen, einem natürlichen Langzeitdünger.

 


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