Bepflanzung von Trockenmauern
Grundsätze für die Mauerbepflanzung
Pflanzen, die in den Mauerfugen wachsen sollen leben nicht von der Luft allein. Sie brauchen ein Minimum an Erdvolumen, Wasser oder Feuchtigkeit und Licht. Schauen Sie sich Ihre Mauer genau an bevor Sie anfangen:
 
- Wenn also die Mauersteine mit Beton aufgemauert und verfugt sind, dann geht keine Fugenbepflanzung
- Mauern aus waagerecht geschlichteten relativ einheitlichen Steinplatten, die direkt aufeinander liegen können nicht bepflanzt werden
- Zu steile Mauern haben den Nachteil, dass die unteren Steinschichten nicht feucht genug für langfristige Bepflanzung sind. Das schließt eine Bepflanzung aus
- In vielen Fällen können die Mauerfugen nicht bepflanzt werden. Dann bleibt nur die Möglichkeit die Mauerkrone zu bepflanzen und möglichst herabhängende Polster auszuwählen
- Viele treffen auf Mauern, die gänzlich ohne Erde oder Beton aufgesetzt sind. Der Baubetrieb, der das ausgeführt hat, will bewusst die Steine wirken lassen. Diese Mauern sind sehr haltbar.
Wollen Sie eine nachträgliche Bepflanzung vornehmen, dann müssen Sie Erde einbringen. Diese Arbeit ist aber oft eine Schinderei
- Die nachträgliche Verfüllung der Mauerfugen muss möglichst viel Erdvolumen für die Pflanzen bereitstellen und sollte bis an den dahinterliegenden gewachsenen Boden reichen.
Die Mauerfugen sollten auch eine etwaige Mindestbreite von 2 bis 5cm haben.
- In unserem Pflanzen-Angebot finden sie entsprechende Vorschläge für Mauer-Pflanzen.
 
Mauerbegrünung bei gemauerten Mauern
Nachfolgend ein paar Beispiele, wo aufgrund von Vermauerung der Mauersteine lediglich die Bepflanzung der Mauerkrone übrig bleibt. Je nach den gewählten Polstern kann man die Mauer damit am Ende mehr oder weniger bedecken.

Kalkstein vermauert                    Pflastersteine vermauert                Granit vermauert
Besonders geeignet für Mauer-Berankungen sind Pflanzen, wie:
 
Weißes Teppich-Schleierkraut | Gypsophila repens | 1030 |
Rosa Teppich-Schleierkraut | Gypsophila repens rosea | 1031 |
Blauer Teppich-Wacholder | Juniperus horizontalis 'Glauca' | 1858 |
Eisblauer Teppich-Wacholder | Juniperus horizontalis 'Ice Blue' | 1232 |
Duftender Winterjasmin | Jasminum nudiflorum | 2862 |

Juniperus Berankungen              Duftender Winterjasmin
Daneben gibt es noch viele weitere Polsterpflanzen, die eine gewisse Überdeckung von Mauern erreichen. In jedem Fall sei aber darauf hingewiesen, dass große Berankungen erst im 2. bis 3. Pflanzjahr voll zur Geltung kommen.
Man muss der Natur hier eine gewisse Zeit einräumen.
 
Begrünung geschichteter Mauern
Oft sind reine Zweckmauern, wie hier im Bild zu sehen zur Abstützung des Hanges, aus flachen nahezu gleichdicken Steinplatten gefertigt. Dabei ergeben sich dann bei fortlaufender Schichtung keine Pflanzstellen in den Mauerfugen.
Auch wenn die Mauer sehr steil ist, wird die Wasserversorgung der unteren Mauerfugenschichten nicht mehr gewährleistet. Das ist auch ein Ausschlusskriterium für Bepflanzung.
Höchstens Sempervivum, das sehr genügsam ist kann man dort probieren. Jedoch werden die meisten Sempervivum-Hybriden versagen und nur Bergsorten, wir Sempervivum tectorum oder Sempervivum marmoreum eventuell fortkommen.

Plattenschichtung                    Kronenpflanzung bei Schichtung
Zu enge Mauerfugen
Wenn man bei Trockenmauern ohne Erdeinfüllung an Fugen kommt, prüft man, ob Erdeinfüllung möglich ist. Solche eine Fuge sollte wenigstens 2 bis 5cm breit sein, damit auch ein entsprechendes Erdvolumen für eine Pflanzung bereitgestellt wird.
Sind jedoch die Fugen schlichtweg zu eng, bekommt man die Erde nur schwer eingefüllt und die verbleibenden Hohlräume werden dann in extremen Situationen zu Pflanzenausfällen führen.
Vor allem wegen Trockenheit an heißen Tagen im Sommer und bei Kahlfrösten und austrocknenden Winden im Winter.
Optisch kann man solche leeren Fugen etwas kaschieren, indem man aufrechtwachsende Stauden davor setzt. Sie werden dann, wie hier der Phlox paniculata zu einer Verdeckung führen.
Außerdem muss man sich auch klar machen, dass man eine Mauer ja immer aus einer gewissen Entfernung anschaut, so dass solche leeren Fugen dann gar nicht mehr richtig sichtbar sind.

Zu enge Fugen können nicht bepflanzt werden
Mauerbeispiel, die Pflanzmöglichkeiten bieten
Jetzt noch ein paar Beispiele, wo man ruhigen Gewissens an die Erdeinfüllung und Bepflanzung gehen kann.

Die großzügigen Fugen und Nischen können mit Pflanzerde gefüllt und dabei auch gleich die Pflanzen mit eingebracht werden
Erdmischung vorbereiten

Für die Erdmischung nimmt man unkrautfreie Garten- oder Rasenerde. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es schwerwiegende Wurzelunkräuter gibt, wie Giersch, Quecke, Ackerwinde usw., die man nach der Pflanzung nur schwer wieder aus einer Mauer heraus bekommt.
Sie werden sich dort dann auch wohl fühlen! Also lieber zweimal hinschauen.
Die Mischung erfolgt in Anlehnung an die Grafik. Bei stark lehmiger Erde etwas mehr lehmfreien Sand, ansonsten etwas weniger. Um die Erde effektiv einfüllen zu können braucht man schmale Schaufeln,
oder eine feste gefaltete Plastikfolie aus der man die Erde dann günstig reinrutschen lässt.
Weiterhin braucht man zum verfestigen verschiedene Stöcke, mit denen man verdichtet und auch stopft. Pflanzen sollten beim Aufbau der Fuge bereitstehen.
So kann man sie dann auch gleich beim Auffüllen der Fugen mit einbringen, festdrücken und eventuell auch schon gleich einmal mit etwas Wasser direkt in die Fuge gießen, bevor man weiter verfüllt.
An der Vorderseite der Fuge verschließt man die Fuge mit entsprechenden Steinen des gleichen Mauermaterials. Diese Steine sollen in die Fuge leicht nach unten geneigt eingefügt werden.
Dadurch erhält die verschlossene Fuge Halt und anlaufendes Regenwasser wird an solchen Steinen wegen der Neigung in die Fuge geleitet, was den Pflanzen zu Gute kommt.
 
Fugenpflanzungen

Ramonda myconi wurde mit der Fugenauffüllung gleich mit eingesetzt. Gut zu sehen, wie die Steine die Erde in der Mauer halten.

Rosetten (Sempervivum) sind der Klassiker für solche Steinfugen. Mit ihren Kindeln werden sie den Pflanzplatz überspinnen.

Mauer-Steinkraut und Blaukissen schreien geradezu nach Verwendung in Mauern mit entsprechendem Erdvolumen.

Campanula alliarifolia wurde hier großzügig in einer breiten Mauerspalte verbaut.
Ihr aufrechter Wuchs mit hängenden Glocken wird gut zur Geltung kommen.

Kriechend wachsende Wacholder (Juniperus) eignen sich besonders, wenn große Mauerflächen mit Grün überzogen werden sollen.
Außerdem ist juniperus wintergrün, so dass die Mauer auch im Winter ihre Reize hat.

Auch alpine Artemisia eignet sich an Mauern. Und abschließend noch zwei Pflanzbeispiele mit Sempervivum.